Die niederländische Plattform für Immobilienfinanzierung Mogelijk hat kürzlich den Meilenstein von 3 Milliarden Euro an gewährter Finanzierung und hat sich damit als einer der relevantesten Akteure des Immobilien-Crowdfundings in Europa etabliert. Diese Errungenschaft, die sie in eine privilegierte Position innerhalb der Branche bringt, spiegelt nicht nur die Stärke ihres Geschäftsmodells wider, sondern auch das Vertrauen, das Tausende von Anlegern seit ihrer Gründung im Jahr 2016.
Das Wachstum von Mogelijk war in den letzten Monaten besonders bemerkenswert. Ende 2024hatte das Unternehmen bereits die 2 Milliarden Euro an Finanzierung seit ihrer Gründung. Der Sprung von 2 auf 3 Milliarden in nur wenigen Monaten belegt eine deutliche Beschleunigung ihrer Aktivität, die auf die strategischen Reformen zurückzuführen ist, die die Plattform kürzlich umgesetzt hat, um sie zugänglicher und skalierbarer zu machen.
Von der Einzelinvestition zu Hypothekenfonds
In ihren Anfängen operierte Mogelijk mit einem Eins-zu-eins-Finanzierungsmodell, bei dem ein einzelner Investor eine Immobilienhypothek vollständig finanzierte. Dieser Ansatz war zwar effektiv, brachte jedoch natürliche Einschränkungen in Bezug auf Skalierbarkeit und Diversifizierung für die Anleger mit sich. Die Plattform entschied sich für eine strategische Wende und übernahm das Modell der Hypothekenfonds, was es ihr ermöglicht, ihre Operationen wesentlich agiler und effizienter zu skalieren.
Dieser Modellwechsel war nicht der einzige. Mogelijk hat drastisch seine Mindestinvestition, von den 100.000 Euro ursprünglichen auf die 25.000 Euro aktuellen. Diese Reduzierung des Einstiegsschwellenwerts um 75 % hat den Zugang zu gewerblichen Immobilieninvestitionen in den Niederlanden demokratisiert und ermöglicht es einem viel breiteren Publikum, an Projekten teilzunehmen, die traditionell institutionellen Anlegern oder vermögenden Privatpersonen vorbehalten waren.
Die Kombination von Hypothekenfonds und einer erschwinglicheren Mindestinvestition hat das Wertversprechen von Mogelijk verändert. Die Plattform ist nicht mehr darauf angewiesen, Anleger zu finden, die gesamte Projekte finanzieren können, sondern kann Kapital von mehreren Anlegern bündeln, um größere und komplexere Transaktionen zu strukturieren. Dieses Modell bietet den Teilnehmern zudem eine inhärente Diversifikation, die das Eins-zu-Eins-Format nicht ermöglichte.
Eine einzigartige regulatorische Position im niederländischen Markt
Einer der Faktoren, die Mogelijk von einem Großteil der Konkurrenz unterscheiden, ist seine starke regulatorische Unterstützung. Laut eigenen Angaben ist das Unternehmen der einzige nicht-bankische Immobilienfinanzierer in den Niederlanden der gleichzeitig über eine AIFMD-Lizenz für das Fondsmanagement und eine ECSP-Lizenz für Direktinvestitionen verfügt.
Die AIFMD-Lizenz (Alternative Investment Fund Managers Directive) ist eine europäische Richtlinie, die die Verwaltung alternativer Investmentfonds regelt. Ihre Erlangung erfordert die Einhaltung strenger Transparenz-, Governance-, Berichts- und Anlegerschutzanforderungen. Die ECSP-Lizenz (European Crowdfunding Service Provider) wiederum ist der europäische Regulierungsrahmen für Crowdfunding-Plattformen, der darauf abzielt, Kleinanleger zu schützen und Transparenz bei den Geschäften zu gewährleisten.
Beide Lizenzen zu besitzen, ist in der Branche unüblich. Die meisten europäischen Immobilien-Crowdfunding-Plattformen operieren nur unter dem ECSP-Regime, was sie auf die Vermittlung von Direktinvestitionen beschränkt. Die doppelte Lizenz von Mogelijk erlaubt es ihr dagegen, strukturierte Hypothekenfonds zu verwalten und gleichzeitig Direktinvestitionen über ihre Plattform anzubieten. Diese Dualität verleiht ihr eine außergewöhnliche operative Flexibilität und eine solide regulatorische Basis für ihre internationale Expansion.
Europäische Expansion: Deutschland und Belgien
Der Meilenstein von 3 Milliarden Euro ist nicht nur das Ergebnis organischen Wachstums in den Niederlanden, sondern auch der Beginn einer ehrgeizigen Europäische Expansionsstrategie. Mogelijk hat beschlossen, sich nicht auf seinen Heimatmarkt zu beschränken und bringt sein Immobilienfinanzierungsmodell in andere Länder des Kontinents.
Markteintritt in Deutschland unter dem Namen Möglich
Seit dem 1. Januar 2026, ist Mogelijk in Deutschland unter dem Namen Möglich. Diese Namensanpassung – die im Niederländischen „möglich“ bedeutet und im Deutschen eine sehr ähnliche Bedeutung behält – spiegelt die Absicht des Unternehmens wider, sich mit einer lokalen Identität in den deutschen Markt zu integrieren.
Der Markteintritt in Deutschland hat bereits konkrete Ergebnisse gebracht. Die Plattform hat ihr erstes Immobilienprojekt in Deutschland, und hat ihren ersten Kunden – niederländischer Herkunft – bei ihren Finanzierungsanträgen für Gewerbeimmobilien im Land unterstützt. Dieser erste Erfolg zeigt, dass das Modell von Mogelijk exportierbar ist und dass es eine echte Nachfrage nach seinem Angebot auf dem deutschen Markt gibt.
Herman Tange, Director of International Operations bei Mogelijk, hat die Ambitionen des Unternehmens für den deutschen Markt zum Ausdruck gebracht: „Wir haben bereits unseren ersten Kunden – mit niederländischem Hintergrund – bei ihren Finanzierungsanträgen für Immobilien in Deutschland unterstützt, was bedeutet, dass unser Angebot auf Interesse stößt. Gleichzeitig bauen wir ein erfahrenes Team in Deutschland auf, das sich derzeit in der Endphase der Vorbereitung befindet. Wir werden unsere Marketingbemühungen in der zweiten Jahreshälfte verstärken, um uns auch darauf zu konzentrieren, deutschen Unternehmern und Investoren mit einem lokalen Team zu helfen. Für den Rest des Jahres möchten wir deutschen Unternehmern und Investoren mit einem lokalen Team helfen.“
Die Wahl Deutschlands als ersten Expansionsmarkt ist kein Zufall. Es ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone mit einem reifen Gewerbeimmobilienmarkt und einer Nachfrage nach alternativer Finanzierung, die in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Die traditionellen deutschen Banken haben sich trotz ihrer Solidität im Segment der gewerblichen Immobilienfinanzierung für mittelgroße Projekte eher zurückhaltend gezeigt, was ein Fenster der Gelegenheit für alternative Akteure wie Mogelijk öffnet.
Präsenz in Belgien seit 2024
Vor seinem Sprung nach Deutschland hatte Mogelijk bereits den Betrieb in Belgien im Jahr 2024. In diesem Markt konnte die Plattform etwa 100 Millionen Euro an Finanzierung einwerben, eine signifikante Summe, die die Fähigkeit ihres Modells bestätigt, sich an unterschiedliche regulatorische und kulturelle Kontexte anzupassen.
Belgien hat mit seiner strategischen Lage zwischen den Niederlanden, Frankreich und Deutschland als idealer Testmarkt für die internationale Strategie von Mogelijk gedient. Die im Land gesammelten Erfahrungen waren entscheidend, um den Eintritt in den deutschen Markt vorzubereiten, einen erheblich größeren und komplexeren Markt.
Das Modell von Mogelijk: Vorhersagbarkeit und Transparenz
Das Wertversprechen von Mogelijk dreht sich um zwei grundlegende Säulen: Vorhersagbarkeit und Transparenz. Die Plattform spezialisiert sich auf Gewerbeimmobilien, ein Segment, das zwar eine gründlichere Analyse erfordert als Wohnimmobilien, aber langfristig stabilere und vorhersagbarere Cashflows bietet.
Gewerbeimmobilien – Büros, Geschäfte, Industriehallen, Logistikflächen – sind in der Regel an Unternehmen mit langfristigen Mietverträgen vermietet, was eine klare Sicht auf die zukünftigen Einnahmen bietet. Diese Vorhersagbarkeit führt zu einer höheren Sicherheit für Investoren, die die Entwicklung ihrer Renditen genauer einschätzen können.
Transparenz wiederum ist eine nicht verhandelbare Voraussetzung im Modell von Mogelijk. Die Plattform bietet den Investoren detaillierte Informationen zu jedem Projekt, einschließlich Risikoanalyse, unabhängiger Bewertungen, Finanzierungsstruktur und Kreditbedingungen. Diese Detailtiefe, kombiniert mit der Unterstützung durch die AIFMD- und ECSP-Lizenzen, schafft das nötige Vertrauen, um Kapital sowohl von privaten als auch von institutionellen Anlegern anzuziehen.
Auswirkungen für den europäischen Immobilien-Crowdfunding-Sektor
Der Meilenstein von Mogelijk kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für das europäische Immobilien-Crowdfunding. Der Sektor hat in den letzten Jahren ein anhaltendes Wachstum erlebt, angetrieben durch die Suche nach alternativen Renditen in einem Umfeld historisch niedriger Zinssätze, die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen und das zunehmende Misstrauen gegenüber traditionellen Bankprodukten.
Die internationale Expansionsstrategie von Mogelijk spiegelt einen breiteren Trend in der Branche wider: Plattformen, die in ihrem Heimatmarkt eine kritische Größe erreichen, versuchen natürlicherweise, ihren Erfolg in anderen europäischen Ländern zu wiederholen. Diese Europäisierung des Immobilien-Crowdfundings hat wichtige Implikationen für Anleger.
Einerseits bietet es geografische Diversifizierungsmöglichkeiten, die zuvor für Kleinanleger unzugänglich waren. Ein spanischer Investor kann beispielsweise jetzt an der Finanzierung einer Gewerbeimmobilie in Amsterdam, Berlin oder Brüssel teilnehmen, ohne reisen oder die lokalen regulatorischen Nuancen verstehen zu müssen. Die Plattform übernimmt die Projektauswahl, die rechtliche Strukturierung und das Investitionsmanagement.
Andererseits bringt die internationale Expansion neue Risiken mit sich, die Anleger berücksichtigen sollten. Die Immobilienmärkte in Deutschland, Belgien und den Niederlanden haben ihre eigenen Dynamiken, unterschiedliche Regelungen und Empfindlichkeiten gegenüber makroökonomischen Faktoren, die für einen ausländischen Investor möglicherweise nicht offensichtlich sind. Die Transparenz von Mogelijk bei der Information über seine Projekte ist in dieser Hinsicht ein wertvolles Gut, aber die Anleger müssen weiterhin ihre eigene Due Diligence durchführen.
Der Kontext des Immobilien-Crowdfundings in den Niederlanden
Die Niederlande waren einer der Pioniermärkte für Immobilien-Crowdfunding in Europa. Die Kombination aus einer anspruchsvollen Finanzkultur, einem dynamischen Immobilienmarkt und einem relativ günstigen regulatorischen Rahmen hat die Entwicklung von Plattformen wie Mogelijk, Collin Crowdfund und anderen ermöglicht, die bedeutende Volumina erreicht haben.
Der niederländische Immobilienmarkt, insbesondere im gewerblichen Segment, hat sich gegenüber den jüngsten wirtschaftlichen Schwankungen als widerstandsfähig erwiesen. Städte wie Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht verzeichnen eine anhaltende Nachfrage nach Gewerbe-, Büro- und Logistikflächen, angetrieben durch Bevölkerungsdichte, Digitalwirtschaft und die Position der Niederlande als europäisches Logistikzentrum.
In diesem Kontext hat sich Mogelijk als Brücke zwischen der Nachfrage nach Immobilienfinanzierung und dem Kapital von Anlegern positioniert, die eine Exposition gegenüber dieser Anlageklasse mit höherer Zugänglichkeit und Liquidität als eine direkte Immobilieninvestition suchen. Insbesondere das Modell der Hypothekenfonds reagiert auf einen realen Marktbedarf: Viele gewerbliche Immobilienprojekte benötigen Überbrückungs- oder Entwicklungsfinanzierungen, die traditionelle Banken nicht immer zu den Bedingungen und Fristen bereitstellen, die die Entwickler benötigen.
Perspektiven und Herausforderungen
Der Meilenstein von 3 Milliarden Euro ist zweifellos ein Grund zum Feiern für Mogelijk, aber er markiert auch den Beginn einer neuen Wachstumsphase mit eigenen Herausforderungen. Die Expansion nach Deutschland wird die Plattform zwar vielversprechend, aber mit intensiverem Wettbewerb und einem anderen regulatorischen Umfeld als in den Niederlanden konfrontieren. Der Aufbau eines lokalen Teams und die Anpassung der Marke Möglich an den deutschen Markt werden Zeit und erhebliche Ressourcen erfordern.
Darüber hinaus birgt das makroökonomische Umfeld in Europa Unsicherheiten. Die Entwicklung der Zinssätze durch die Europäische Zentralbank, die Inflation und die Bedingungen auf dem gewerblichen Immobilienmarkt in den wichtigsten Ballungszentren werden entscheidende Faktoren für die Fähigkeit von Mogelijk sein, sein Wachstumstempo beizubehalten.
Dennoch geht das Unternehmen von einer starken Position aus. Seine doppelte regulatorische Zulassung, sein bewährtes Geschäftsmodell und seine Erfahrung auf zwei internationalen Märkten bieten eine solide Grundlage, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Senkung der Mindestanlagesumme auf 25.000 Euro ermöglicht es zudem, einen stetigen Strom neuer Anleger zu gewinnen, der das organische Wachstum der Plattform nährt.
Für europäische Anleger veranschaulicht der Fall Mogelijk das Potenzial von Immobilien-Crowdfunding als diversifizierte und zugängliche Anlagealternative. Die Möglichkeit, sich an gewerblichen Projekten in soliden Märkten wie den Niederlanden, Belgien und Deutschland zu beteiligen, mit einer relativ niedrigen Einstiegshürde und der Sicherheit einer regulierten Plattform, ist ein Angebot, das in den kommenden Jahren sicherlich weiterhin Kapital anziehen wird.
Der Weg der 3 Milliarden Euro ist bereits zurückgelegt. Die Frage ist nun, wie weit Mogelijk auf seiner ambitionierten europäischen Reise kommen wird.
Quelle: https://investmentplatforms.eu/dutch-platform-mogelijk-reaches-milestone-of-3-billion-euros/